Bruderherz – das „wandernde“ Buch für Männer

Die Idee: Manchmal liest man ein Buch von dem man denkt, dass es auch für Andere ein gutes Buch sein könnte. Manchmal kauft man es dann neu und verschenkt es, manchmal leiht man es aus, manchmal bekommt man es zurück, manchmal nicht. Mit dieser Website soll eine neue Verwendungsweise initiiert werden, das „wandernde“ Buch.

Die Idee ist eigentlich einfach: ich habe das Buch Bruderherz gelesen und dachte mir, es könnte auch für andere Männer interessant sein. Aber anstatt es zu verleihen, neu zu kaufen und zu verschenken, habe ich es auf Wanderschaft geschickt. D. h., dass ich es einem anderen Mann gegeben habe mit der Aufforderung, es innerhalb von 6 Wochen zu lesen und / oder es dann an einen anderen Mann seiner Wahl weiterzugeben. Auf dieser Website kann dann ein Kommentar hinterlassen werden.

Falls dieses Buch also bei Dir, lieber Leser, gelandet ist, bist Du eingeladen, einen Kommentar zu hinterlassen. Vielleicht, was Dir an dem Buch (nicht) gefallen hat, ob es Dich bei einer Frage weitergebracht hat, ob Du es überhaupt gelesen hast und vielleicht wo Du wohnst, nur die Stadt, dann kann man die Wanderung ein wenig verfolgen. Und bitte gib es weiter, damit es nicht irgendwo ungelesen verstaubt, das wäre schade.

Der Weg zum Kern des Mannseins ist wie eine Wanderung durch unbekannte Wildnis. Da ist es wertvoll, Weggefährten an der Seite zu haben. Doch Männer reden untereinander nicht so schnell darüber, wie es ihnen geht, was ihnen wichtig ist und was ihnen auf dem Herzen liegt. Aber wenn sie es tun und aufrichtiges Interesse aneinander zeigen, können tiefe Freundschaften entstehen, die in den Stürmen des Lebens festen Halt geben. Dieses Buch bestärkt Männer, das zu werden, was Gott in jedes Männerherz hineingelegt hat: authentisch, mutig und kraftvoll.

Das Beste wollen…

Nur das Beste will die Mutter für Ihr Kind, der Chef für die Firma, der Freund für die Freundin… nur das Beste wollen die meisten Menschen und das i. d. R. für sich aber auch für Andere. Nur das Beste wollen – und dabei nicht merken, dass man immer nur von der eigenen Interpretation des Besten gelenkt wird und nicht selten blind ist für die Interpretation des Anderen. Und dann wird auf einmal „doch nur das Beste wollen“ zur Verblendung, zum Zwang, zum Despotismus. Vermutlich passiert nicht wenig Unheil in der Welt, weil jemand „das Beste“ will – für die Anderen.

In den aktuellen Debatten um Enteignungen von Eigentümern zum Wohle der Mieter, zum Schutz des Klimas bedingte Verbote von was auch immer gerade nicht en Vogue ist, von Regeln zur Antidiskriminierung per Gesetz (Achtung: Böckenförde Theorem beachten) kommt es mir manchmal so vor, als seien wir auf dem besten Weg, nur das Beste zu wollen, koste es, was es wolle. Ein bisschen mehr Einsicht in die eigene Beschränktheit der Erkenntnis dürfte uns mehr Liebe ins Herz geben, die Bedürfnisse des Andren nicht „dem Besten“ (bzw. meiner Meinung davon) zu opfern.

Vielleicht schenkt der Hl. Geist an Pfingsten ein wenig von dieser Einsicht.

Gesegnete Pfingsten!

Kevin – Allein zuhause

Wer aus meiner Generation kommt, kann sich vielleicht noch erinnern: eine Familie macht sich auf die Reise und ein kleiner Junge wird vergessen, bis er feststellt, dass er allein zu Hause ist. Kevin zu Hause, alle anderen sind ausgeflogen.

Während nun im gleichnamigen Film aus den 90ern sich alle bemühen, den Vergessenen doch irgendwie entweder nachzuholen oder zumindest schnellstmöglich wieder in den Status des Nicht-Alleineseins zu versetzen, für das Alleinezuhausesein ist Kevin nämlich zu jung, bemühen sich in der heutigen Realität diejenigen, die eigentlich bei Kevin zuhause sein müssten, deutlich zu machen, dass Kevin gar nicht zu Hause ist, sondern dass sie selbst zuhause sind, dieses Zuhause aber woanders ist, als Kevin dachte und Kevin sich irgendwie von diesem Zuhause entfernt hat. Wie anders soll man sonst verstehen, dass gerade die eher links orientierte SPD (oder ist sie das gar nicht mehr?) nichts Eiligeres zu tun hatte, als sich von Kevins Thesen zu distanzieren oder gar seinen Parteiausschluss zu fordern?

Da kann man sich das Schmunzeln kaum verkneifen, wenn die Taz bemerkt: „Beunruhigend ist nicht eine steile Formulierung, beunruhigend ist eine Linke, die vor lauter Angst, anzuecken, gar keine Zukunftsideen mehr hat.“.

Und irgendwie will man dem, vielleicht sogar als selbst eher konservativ eingestelltes Mitglied der Gesellschaft, zumindest nicht völlig widersprechen. Vielleicht will man nicht den im Interview beispielhaft genannten „Lösungen“ zustimmen, die Kevin in seinem neuen Zuhause eruiert, vielleicht aber der Feststellung, dass ein „weiter so“ allein nicht zielführend ist. Wir haben weder einen „Planeten B“ als Ausweichreserve noch ist dauerhaft akzeptabel, dass in einer reichen Gesellschaft Menschen mit einer qualifizierten Ausbildung einen Zweitjob annehmen müssen, um über die Runden zu kommen.

Und so wird es spannend sein, wer den Wettbewerb der Ideen, von der eine Demokratie bekanntlich bis vor Angela Merkel gelebt hat (seitdem ist Politik alternativlos… ok, das ist jetzt etwas einseitig…), neu beleben wird. Vielleicht ist es mal wieder an der Zeit, die Debatte über gesellschaftliche Zielvisionen im Großformat zu eröffnen und nicht nur darüber zu diskutieren, wie man kleinere Gruppen der Gesellschaft vor Diskriminierung schützt (was zweifelsohne ein lobenswertes Thema ist). Mal sehen also, woher die dringend benötigten neuen Impulse kommen werden. Ach ja, eins noch: Pöbeln ist keine Antwort!

Empörismusfasten

https://www.der-postillon.com/2019/03/skandal.html

Zur Fastenzeit ein vielleicht ungewöhnliches Thema: Faste doch mal Empörismus!
Der Artikel aus dem Postillion fasst alle in jüngster Zeit geschehenen und öffentlich – ich mag schon sagen – ausgeschlachteten Scherze und/bzw. Diskriminierungen (unrechtmäßigen oder als unrechtmäßig empfundenen) über/von Minderheiten, Mehrheiten, Ureinwohner, Doppelnamenträger und Religionen zusammen – und wird wohl deswegen selbst als Artikel darüber als unangemessen disqualifiziert. Erinnert man ein paar weitere der letzten Jahre, fehlen natürlich die Klassiker „Zigeunersauce“, „Mohrenkopf“ oder „Negerkuss“ usw., wobei es Stimmen gab (gibt?), dass der Begriff „Mohr“ in der Literatur doch bitte rückwirkend gelöscht werden solle. Der letztens erschienene Artikel über Frauenparkplätze, deren Beschilderung jetzt in einer Kommune in Oberbayern nicht mehr blau sein soll, weil sie sonst den Eindruck erwecken, sie seien nach Straßenverkehrsordnung verpflichtend für Frauen freizuhalten (was nicht der Fall ist), geht einen Schritt weiter: die Schilder sollen gegen pinkfarbene ausgetauscht werden. Als ich das las, schaute ich in den Kalender: nein, es war nicht der 1. April (und hoffentlich trotzdem nur ein Fake). Ich bin gespannt, wann die nächste Klage kommt, weil Pink und weiblich so etwas von klischeehaft ist, dass das natürlich gar nicht geht… noch dazu suggeriert es vielleicht, dass künftig alle blau ausgeschilderten Parkplätze nur noch für Männer seien. Über den altersdiskriminierenden Seniorenteller im Restaurant habe ich in letzter Zeit keine Artikel gelesen, aber was noch nicht ist, kann ja noch werden bzw. wieder aufgewärmt werden. Im Tarifrecht ist schon vor mehreren Jahren festgestellt worden, dass die altersgebundene Anzahl an Urlaubstagen (i. d. R.) unrechtmäßig, weil altersdiskriminierend ist. Dass China in den Schulen eine Digitalisierungswelle startet, während, wie ich ebenfalls las, wir erste Grundschulen (!) mit einer Toilette für das 3. Geschlecht ausstatten, macht es nicht einfacher. Der Versuch, künftig mit Unisextoiletten auszukommen, führte jedoch gleich zu der Bemerkung, dass andere dadurch eingeschränkt fühlten, wenn es nur noch Unisextoiletten gäbe. Was soll man sagen…

Mein Eindruck: irgendwie Wahnsinn und wehe, man steht mitten drin in der Empörungswelle, denn eine neue Form des -ismus, der Empörismus scheint zum Standard geworden zu sein. Und alle machen mit (ich auch…, soweit zum eigenen Balken, zur eigenen Nase, zur eigenen Haustür…). Alle Versuche, über (verordnete) Sprachregelungen, gut gemeinte Antidiskriminierungsversuche, bürokratische Akrobatiken usw. eine nicht-diskriminierende Umgebung/Gesellschaft zu schaffen, führen offensichtlich zu Stilblüten der besonderen Art an anderer Stelle – und darüber wird sich dann, mal von rechts, mal von links, mal von oben oder unten empört. Und manchmal wird sich auch über die Empörung empört, wie jüngst das Beispiel von AKK zeigt. Es scheint daher wenig überraschend, dass die Anzahl der Hypertoniepatienten in Deutschland steigt.

Wo aber liegt die Lösung? Diskriminieren wir also munter darauf los all diejenigen, die außerhalb der gesellschaftlichen – wie soll man es nennen? – „Gaußschen Normalverteilung“ liegen? Nein, das kann es nicht sein. Also eingehen auf jede diskriminierende oder auch (nur) als Diskriminierung empfundene Situation und Verordnungen, Gesetze, bauliche Lösungen… schaffen, die dem entgegenwirken? Hm… das scheint mir im Moment der versuchte Weg mit den gerade angezeigten Ergebnissen.

Was ist es, was die (gesellschaftliche) Welt im Inneren zusammenhält? Böckenförde, jüngst verstorben, bemerkte passend und nicht zu Unrecht: „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann. Das ist das große Wagnis, dass er, um der Freiheit willen, eingegangen ist. Als freiheitlicher Staat kann er einerseits nur bestehen, wenn sich die Freiheit, die er seinen Bürgern gewährt, von innen her, aus der moralischen Substanz des einzelnen und der Homogenität der Gesellschaft, reguliert. Anderseits kann er diese inneren Regulierungskräfte nicht von sich aus, das heißt mit den Mitteln des Rechtszwanges und autoritativen Gebots zu garantieren suchen, ohne seine Freiheitlichkeit aufzugeben…“ (Hervorhebung nicht im Original).

Es geht scheinbar nicht anders, es liegt an uns, an jedem einzelnen Menschen dieser Gesellschaft, an unserer ganz eigenen „moralischen Substanz“, an meiner und an Deiner, der Du diesen Text liest. Woher aber nehmen wir diese „moralische Substanz“ gerade in einer Gesellschaft, die immer weniger Homogenität aufweist? Das Blöde: auch da sind wir, als Menschen eines freiheitlichen Staates auf uns selbst zurückgeworfen. Als Christ versuche ich, meine „moralische Substanz“ aus meinem Verhältnis zu / aus meinem Verstehen von Gott zu gewinnen, in Seiner Schrift zu lesen und zu verstehen, was sie mir sagen will. Und schon dabei stoße ich in der Diskussion mit Geschwistern an die Grenzen, denn mein Erkennen ist Stückwerk. Weniger Konflikte ergeben sich wenn ich Geschwister erlebe, deren Wissen um das Stückwerk ihrer eigenen Erkenntnis groß ist, denn daraus erwächst Bescheidenheit und Zurückhaltung. Zurückhaltung scheint mir ein Ansatz zu sein, dem Empörismus zu begegnen. Ich nehme mir vor, in der Fastenzeit mal „Empörismusfasten“ zu machen, mal sehen, ob/wie sich mein Blick verändert.

Paar sein – Paar bleiben

Ein Fleisch – das sollen Mann und Frau werden, wenn sie eine Beziehung eingehen. Was aber wird dann, wenn man „ein Fleisch“ ist? In den 1950er Jahren kamen statistisch gesehen auf eine Scheidung 12 Eheschließungen. In den Jahren 2011 – 2017 kamen durchschnittlich noch 2,3 Eheschließungen auf eine Scheidung. In Großstädten beträgt die Scheidungsquote fast 50 % und auch im „frommen Lager“ sind diese Zahlen nicht wesentlich geringer.

Diese Scheidungsquoten legen nahe, dass das „ein Fleisch werden“ noch funktioniert (schließlich werden noch Ehen geschlossen…), das „ein Fleisch bleiben“ allerdings nicht unbedingt. Ist man dort „dem Schicksal“ unterworfen oder kann (und soll?) man an seiner Beziehung arbeiten?

(gehalten am 4.11.2018 in der EFG Gundelfingen)

 

Auf der Suche nach Sinn

Auf dem Weg der Suche nach Sinn kommt man unweigerlich an der Religion vorbei – meint man. Nicht selten erfüllt sich heute aller Sinn im Weltlichen, im Materiellen oder in bis ins Unmögliche aufgeladenen Sprachboxen wie: Jugend, Gesundheit, Selbstverwirklichung… War die Suche nach dem Sinn des Lebens, nach Antworten auf die Fragen des Woher, Warum und Wohin nicht mal Bestandteil des Erwachsenwerdens? Und gibt es nicht immer wieder Schnitt- oder Bruchstellen im Leben, die einem ein „Warum“ geradezu aufzwängen?

Sinnsuche ist nichts Neues, Sinnsucher gab es auch zur Zeit Jesu. Man kann vielleicht konstatieren, dass die Suche nach Sinn ein „Luxusproblem“ sei, dem man sich erst hingebe, wenn die Grundbedürfnisse erfüllt seien. Sie wissen schon: „Erst kommt das Fressen, dann…“ meinte ja schon Brecht. Aber schon zu Jesus selbst, so berichtet Johannes, kamen, als er in Jerusalem war, einige Griechen und wollten ihn sehen. Vermutlich ging es dabei nicht um ein „Sehen“, wie man beispielsweise ein Fußballspiel „sehen“ kann. Vermutlich waren sie, die doch als Mitglieder des Volkes galten, die alle Philosophie grundgelegt hat, vermutlich waren diese auf der Suche nach Antworten, denn sie kamen nach Jerusalem, um anzubeten. Griechen = Heiden in den Vorhöfen des Tempels, von dem wir wissen, dass Gott dort seinen Namen wohnen lassen will (1. Kön. 8). Griechen, die Jesus „sehen“ wollten.

Doch worin besteht der „Sinn des Lebens“? Was empfiehlt Jesus Menschen, die sich „auf den Weg machen“? Was Jesus „antwortet“, worin nach Jesu Aussage Sinn, auch wenn r dieses Wort selbst nicht explizit verwendet, besteht, davon handelt die Predigt zum Sonntag Laetare (Mittfasten, Predigttext: Joh 12,20ff)

Gehalten in einer landeskirchlichen Gemeinde in Emmendingen.

Sexualpädagogik im Bildungsplan – staatlich verordnete Pornographisierung der Schule?

Das Thema reißt nicht ab, auch wenn es nur eine Minderheit wahrnehmen mag. Gemeint sind die über den Bildungsplan staatlich verordneten, simulierten Sexspiele im Unterricht. So oder so ähnlich beschreiben es die Einen. Die Anderen sprechen von mehr Akzeptanz gesellschaftlicher Wirklichkeit, die sie u. a. in der Vielfalt sexueller Orientierung sehen. Der Streit ist unerbittlich, einen für alle Seiten tragfähigen Kompromiss scheint es nicht zu geben.

Was ist der Anlass? Schon 2014 wurde in Baden-Württemberg über eine „Leitlinie“ im Bildungsplan gesprochen, die quer durch alle Fächer das Thema der „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ verankern sollte. Was sich noch relativ leicht liest und ohne weitere Informationen für viele Eltern wohl unter dem Thema „Toleranz“ verbucht und damit „toleriert“ würde, schlägt bei näherer Betrachtung einem Teil der Eltern und Lehrer doch auf den Magen. Manche Lehrer sprechen gar von „Pornographisierung der Schule“.

Nach entsprechendem öffentlichen Druck nahm der damalige Minister Stoch (SPD) den Bildungsplan in BW zur Überarbeitung zurück und machte aus der einseitig für sexuelle Vielfalt einstehenden Leitlinie eine – sinngemäß – Leitlinie für Toleranz. Damit schien der Kampf der Eltern, die in der Leitlinie zur Akzeptanz sexueller Vielfalt auch eine Beschneidung ihrer Erziehungsrechte sahen (Landesverfassung BW Art. 12), da die Schule die Sexualerziehung über alle Fächer hinweg ohne Absprache mit den Eltern übernehmen sollte, für die Politik vorerst zum Ende zu kommen.

KondomführerscheinWeit gefehlt sagen die Gegner: die vielen Bildungsplänen zu Grunde liegende  „neoemanzipatorische Sexualpädagogik“ ist eben nicht vom Tisch.  Vielmehr treibe sie ihr Unwesen weiterhin und dränge sich, zuletzt in Hessen, weiter in die ureigentliche Erziehungsaufgabe von Eltern, indem sie die Sexualerziehung in der Schule in Klassenstufen anbrächte, in denen die Thematisierung den Kindern schadete, wie manche Sexualforscher meinen (siehe unten). Kinder würden einer Sexualität der Vielfalt ausgesetzt, die mit sexuell grenzverletzenden Methoden arbeite, heißt es. „Das ist brandgefährlich“, urteilt Christina Hennen von der Vereinigung Deutscher Psychotherapeuten in der FAZ. Gang Bang, Analverkehr, Spermaschlucken und der „neue Puff für alle“ sind Bestandteile der Aufklärung. Bei manchen Worten müssen Eltern erst einmal googeln um zu wissen, was sie bedeuten. Sexualaufklärung wird auf den Kopf gestellt, die Kinder erklären den Eltern, welche Spielarten der Vielfalt es alles gibt. Leider taucht das Thema „Liebe“ nicht auf. Vielmehr wird einer sexuellen Freizügigkeit der Weg gebahnt, die einer gesunden Entwicklung nicht zuträglich ist. Auch „…entspreche (diese Sexualpädagogik) keineswegs den Fragen von 14 Jahre alten Mädchen und Jungen, wenn sie zum Beispiel für eine Gruppenübung Sexartikel wie einen Dildo, Potenzmittel, Handschellen, Aktfotos und Lederkleidung erwerben sollen.“, heißt es im bereits oben zitierten Artikel. Kurz: am Thema vorbei.

Die Organisation „Demo für alle„, ein von manchen als antimodern und auch oft mit weitaus weniger netten Begriffen bezeichneter Verein, mobilisiert wiederholt Eltern und geht gegen Pläne verschiedener Landesregierungen zur „Sexualpädagogik der Vielfalt“ auf die Straße. Der Autor war selbst bei einer der ersten Demonstrationen in Stuttgart beobachtend dabei und durfte erleben, wie er von Gegendemonstranten als „fundamentalistisches Arschloch“, „homophobes Landei“ oder „Inzuchtergebnis“ bedacht wurde. Für die Gegendemonstranten sind die Gegner der neuen Akzeptanz von sexueller Vielfalt oder der neoemazipatoriachen Sexualpädagogik (siehe unten) von vornherein klar einzuordnen: rückwärtsgewandte, fundamental-christliche, homophobe engstirnige Menschen, die sich dem Zeitgeist verschließen und in die 50er Jahre zurück wollen.

Ein Blick auf die Liste der Gegner allerdings zeigt: weit gefehlt. Namhafte Autoren aus der Biologie wie Ulrich Kutschera, Prof. für Biologie in Kassel und bekennender Atheist, wenden sich ebenso gegen diese Form der Pädagogik sexueller Vielfalt und Gendertheorie („Unter dem Vorzeichen von ´Gender´ komme hier zurück, was schon in der Kinderladenbewegung und der Reformpädagogik als übergriffig erkannt wurde.“, FAZ) wie Jakob Pasttöter, Prof. (US) Dr. phil. von der Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung (DGSS).

Das Thema ist also noch nicht vom Tisch. Wer sich des Weiteren schlauer machen möchte, worauf und auf wem diese „neoemanzipatorische Sexualpädagogik“ fußt, der muss erschrecken, denn: zu den pädophilen Verirrungen des Gründers dieser Sexualpädagogik (Helmut Kentler) und deren staatliche Förderung gibt es mittlerweile eine wissenschaftliche Aufarbeitung, über die z. B. der Tagesspiegel berichtet.Tagesspiegel_Missbrauch

Und trotzdem wird diese „Schule der Sexualpädagogik“ nun über die Bildungspläne legitimiert betrieben – quasi als „sexualpädagogisches Experiment“ an einer ganzen Generation. Valide Untersuchungen, wie man es bei einem wissenschaftlichen Projekt erwarten dürfte, auf „vorteilhafte Einflüsse“ dieser Sexualpädagogik, gibt es nämlich nicht. Die Erfahrungen aus Grenzverletzungen der Vergangenheit weisen eher in die andere Richtung. Wenn man die Folgen des damaligen „Kentler-Experimentes“ liest, mag der Ein oder Andere ganz ungute Vermutungen bekommen, über welche negativen Folgen dieser Sexualpädagogik in 25 Jahren Artikel erscheinen und Betroffenen-Hotlines eingerichtet werden müssen. Sollte dies so kommen, wird jemand den (dann ehemaligen) Kindern erklären müssen, wie man sie offenen Auges in diese Situation hat laufen lassen, vielmehr sogar: wie man sie offenen Auges in diese Situation hat bringen können.

Alexander Pollhans, 06. Dezember 2016

Abschied von einem Irrtum – BW rüstet die Realschule auf

Da lese ich in der heutigen Badischen Zeitung doch glatt, dass die Realschule besser ausgestattet werden soll. Nun ist es also so weit: Grün-Schwarz verabschiedet sich von einem nicht selten ideologisch diskutierten Konzept der letzten Legislaturperiode (Grün-Rot), der Gemeinschaftsschule. Dass dies quasi durch die Hintertür passiert, nämlich über die Stärkung der Realschule, hat einen politischen Grund: man müsste ansonsten zugeben, dass die Idee, aus dem Drei-Säulen-Modell ein Zwei-Säulen-Modell zu machen, ganz offenbar gescheitert ist. Nun haben wir zukünftig also vier Säulen: die bestehende Werkrealschule, die aufgewertete Realschule, die Gemeinschaftsschule (ggfls. aufgesplittet in „mit Oberstufe“ und „ohne Oberstufe“) und das Gymnasien. Wie sich die Gemeinschaftsschule in diesem Durcheinander entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Wer sein Kind z. B. aus Stigmatisierungsängsten heraus nicht an einer Werkrealschule anmelden wollte und deswegen die Gemeinschaftsschule wählte, wird sich zukünftig fragen, warum er heute die Gemeinschaftsschule und nicht eine Realschule wählen sollte? Beide Abschlüsse unterhalb des Abiturs sind an der Realschule erreichbar und die Schulform hat einen besseren Ruf. Von Gemeinschaftsschulen hingegen liest man, dass sie nicht selten ´Werkrealschulen in neuem Gewand` sind. Wie vertrauensfördernd dies ist, werden wir an der Entwicklung der Schülerströme sehen.
Leider bleiben die Realschulen in privater Trägerschaft bei der angekündigten Stärkung – man kann sagen: wieder einmal – außen vor. Die Erhöhung der Verfügungsstunden, die neu geschaffenen oder umgewidmeten Stellen, kurz: die Erhöhung der Ressource für diese offensichtlich wichtige Schulform, geht an den Schulen in privater Trägerschaft spurlos vorbei. Die ´Kopfpauschale`, nach der sich private Schulen neben dem Elterngeld refinanzieren, wird nämlich nicht automatisch angepasst. Viel mehr müssen Privatschulen in Baden-Württemberg im Moment darum kämpfen, die noch in der letzten Wahlperiode gemachten – übrigens von Grün mitgetragenen – Zusagen einer 80 %-igen Refinanzierung durch das Land auch wirklich zu bekommen. Und das, obgleich in Freiburg z. B. rund 1/4tel bis 1/5tel aller Schülerinnen und Schüler eine private Schule besuchen und viele Impulse für die Entwicklung des Bildungswesens in der Vergangenheit aus dem Privatschulsektor kamen. So kann man natürlich auch Impulsgeber der schulischen Bildung kalt stellen. Schade nur, dass das langfristig auf Baden-Württemberg auch als Wirtschaftsstandort zurückfallen wird.

Männerwanderung im Kaiserstuhl

Männerwanderung 10-2016Gemeinsam etwas machen, gemeinsam auf dem Weg sein – nicht nur spirituell, sondern auch ganz praktisch! Am 29.10.2016 kann sich jeder Mann einer Männerwanderung durch den Kaiserstuhl anschließen. Treffpunkt ist der Wanderparkplatz in Burkheim (oberhalb der Ruine, die Straße heißt „Am Kirchberg“). Je nach Wetter und Fitness kann die Runde abgekürzt werden.

Holzbienen, Smaragdeidechsen und sogar Eisvögel sind in diesem Gebiet zu finden – vermutlich allerdings nicht im Herbst (zumindest was die Holzbiene angeht…). Trotzdem ist die Landschaft schön und wer möchte, kann am Ende in Burkheim noch in einer Lokalität einkehren und die ermatteten Glieder mit einer Kleinigkeit stärken. Für den ein oder anderen Teilnehmer mag auch der Kräuterladen, an dem wir kurz vor Ende der Wanderung vorbeikommen, einladend sein.

Zum Rahmen: Die Teilnahme erfolgt auf eigenes Risiko! Eine Anmeldung wird aus organisatorischen Gründen erbeten (wandern(ät)pollhans.net) – die Teilnahme ist selbstverständlich kostenlos! Wer den Organisator im Anschluss an die Wanderung zu einem Bier einladen möchte, kann dies natürlich gerne tun… Wer mitmachen möchte, möge bitte zeitnah zur Wanderung auf die Website schauen – bei „hundsmiserablem“ Wetter fällt die Wanderung aus, was ich hier kundtun werde. Was genau „hundsmiserables“ Wetter ist kann man daran erkennen, ob die Wanderung stattfindet, oder ausfällt. 😉

Wer sich die Wanderung und einige Details online anschauen möchte, sei auf meine Komoot-Seite verwiesen.