Brexit – schade… – oder?

Nun ist es tatsächlich passiert, die Briten haben sich mit knapper Mehrheit entschieden, aus der EU auszutreten. „War zu erwarten“, mögen diejenigen sagen, die schon immer alles im Vorfeld wissen, aber sich in der Regel eher still verhalten, wenn sich ihr Wissen nicht bestätigt hat…

Zumindest BMW hat noch keine Ahnung, was denn das alles nun bedeutet. Puh, mag man stöhnen, da ist man mit seinem Unwissen darüber, was denn jetzt genau passieren wird, wenigstens nicht alleine, wenn schon BMW nicht weiß, was…“, ach, sagte ich ja schon.

Gott sei Dank erfahren wir unter dem Suchwort „Brexit“ und „Konsequenzen“ sehr schnell, dass Bosch England, sorry, die Briten, offensichtlich bzgl. seiner Investitionen noch als „sicheres Drittland“ bezeichnet; wobei: der Begriff „sicheres Drittland“ war, glaub ich, auch anders belegt.

Nun sollte man nicht bei den ersten beiden Suchergebnissen stehen bleiben, wenn man mit duckduckgo (alternativ google) versucht, die Welt zu verstehen. Da dürfen wir n-tv doch dankbar sein, dass die Redaktion bereits am Tag des Bekanntwerdens vollumfänglich über die Konsequenzen informieren kann. Nochmals Gott sei Dank, ich kann mich zurücklehnen – oder doch nicht? Da steht etwas von 2.5 Milliarden jährlich (wie viele Nullen war das noch mal – nein, nicht politische, sondern Zahlen…), die nun ggfls. von Deutschland übernommen werden müss(t)en. Da bin ich aber froh, das das meinen Überziehungskredit deutlich sprengt. Bei mir wäre neben Rente mit 69 (oha, hoffentlich kein Freud´scher Versprecher), Rentenniveau 45 % und Höchststeuersatz auch nicht mehr viel zu holen.

Aber mal im Ernst: Zu Recht weiß doch auch unsere kirchliche Elite, die sich in Glaubensfragen oft überraschend zurückhält, was das politisch bedeutet: „Bei der EU geht es doch nicht nur um Bürokratie und Geld. Sie sollte eine Herzensangelegenheit sein…“, lässt Dr. Margot Käsemann  bei Chrismon verlauten. Leider schreiben andere Autoren, dass genau diese Herzensangelegenheit wohl dazu geführt hat, dass England, Mist, schon wieder, dass also die Briten die EU verlassen wollen. Es sei eine Entscheidung aus dem Bauch und gegen die Vernunft.

Am besten gefällt mir im Moment, bei aller Ratlosigkeit, die satirische Auseinandersetzung. Relativ früh am morgen zog ein Bild mit „Union Jack“ durch Facebook mit folgender Aufschrift: „Es liegt jetzt in unserer Verantwortung, dass die liebevoll an die Wand gemalten Panikszenerien auch tatsächlich eintreffen. Sonst könnte sich die Bevölkerung am Ende ja verarscht fühlen, wenn alles nur halb so schlimm ist…“.

Halb so schlimm also? Vermutlich hat noch niemand eine wirkliche Idee, was uns alles erwarten wird. Wie heißt es von den Märkten? Sie reagieren psychologisch, was nicht immer mit vernünftig gleichzusetzen ist.

Vielleicht ist das ein Warnschuss, der uns mehr Demokratie und weniger undurchsichtige Kommissariate mit nahezu unbeschränkter Macht (siehe Griechenladausverkauf) bringt? Oder rücken wir Verbliebenen jetzt enger zusammen, um… ja, was eigentlich zu tun? Neue Normen für den Krümmungsgrad von Bananen am europäischen Markt zu entwickeln? Sprachverwirrungen á la Professix/In_*?? usw. in jedes Gesetz zu integrieren, weil wir keine anderen Probleme haben?

Ich stehe hinter der europäischen Idee, denn in den letzten 150 Jahren hat es in Europa nie so lange Frieden am Stück gegeben, wie seit der Entwicklung einer „Idee Europa“ (wie auch immer sie zu unterschiedlichen Zeiten geheißen haben mag…). Und trotzdem habe ich in den letzten Jahren vermehrt den Eindruck gewonnen, dass zu wenige Realisten und zu viele Idealisten die Zügel in der Hand hatten und Entscheidungen (wie z. B. die Aufnahme Griechenlands in den EURO; eine gemeinsame Währung, ohne gemeinsame Finanz- bzw. Nicht-Verschuldungspolitik etc.) unausgegoren waren und die „Demokraten Europas“ sich zu weit von denen entfernt haben, die sie ermächtigen. Man nannte das mal den Souverän. Ich bin sehr gespannt, was sich nun entwickeln wird – und was der Souverän in den nächsten Jahren noch daraus lernen wird…

Gewaltfrei Kommunizieren – ein Workshoptag

Am 18. März 2017 halte ich im Rahmen meiner Tätigkeit beim CSE (Träger der Freien Christlichen Schule in Freiburg) einen Workshoptag zum Thema:

Gewaltfrei Kommunizieren in Gemeindearbeit, Seelsorge und Erziehung

Im Flyer heißt es:

„Liebe deinen Nächsten…

…wie dich selbst!
Wie aber kommuniziere ich unangenehme Wahrheiten, wenn z.B. ein ehrenamtlicher Gruppenleiter schlechte Arbeit macht? Wenn ich in Konflikte komme und den Eindruck gewinne, meine Bedürfnisse kommen im Miteinander zu kurz? Wie spiegele ich schwierige Beobachtungen angemessen im Rahmen eines Gespräches?
Der Workshoptag widmet sich diesen Fragen und bietet eine übungsorientierte Einführung in die gewaltfreie Kom- munikation nach M. Rosenberg.
Für Verpflegung bitte selbst sorgen.

Anmeldung bis 03.03.2017 unter m.pollhans@fcs-freiburg.de Unkostenbeitrag: 15 EUR (bar)“

Der Unkostenbeitrag kommt der FCS zu Gute!

Den Himmel gibt´s wirklich?

Predigttext: 1. Petr. 1,3-9

„Die Grundlagen christlichen Lebens – Leben in der Hoffnung
3 Gelobt sei der Gott und Vater unseres Herrn JesusChristus. In seiner großen Barmherzigkeit hat er uns sozusagen neu geboren. Durch die Auferweckung von Jesus Christus aus dem Tod hat er uns eine lebendige Hoffnung geschenkt. 4 Es ist die Hoffnung auf ein unvergängliches, reines und unverlierbares Erbe. Gott hält es im Himmel für euch bereit 5 und bewahrt euch durch seine Macht. So erlangt ihr durch den Glauben die Rettung, die am Ende der Zeit offenbar werden soll. 6 Darüber könnt ihr euch freuen. Allerdings müsst ihr nach Gottes Willen jetzt erst einmal eine kurze Zeit leiden. Denn ihr werdet mehrfach auf die Probe gestellt. 7 Das dient dazu, dass euer Glaube sich als echt erweist. Er ist wertvoller als vergängliches Gold, das im Feuer auf seine Echtheit geprüft wird. Dafür werdet ihr bei der Offenbarung von Jesus Christus Lob, Herrlichkeit und Ehre erfahren. 8 Ihr liebt ihn, obwohl ihr ihn nicht gesehen habt. Ihr glaubt an ihn, obwohl ihr ihn jetzt nicht seht. Deshalb könnt ihr jubeln in unaussprechlicher Freude, die schon von der künftigen Herrlichkeit erfüllt ist. 9 Denn ihr empfangt, was das Ziel eures Glaubens ist: eure endgültige Rettung.“ (Basisbibel)

Ewiges Leben als Vertröstung auf eine ungewisse Zukunft? Damit hier alles bleiben kann, wie es ist? So zumindest meint es Marx, wenn er attestiert: Religion ist Opium für das Volk (wobei dieser Wortlauf von Lenin stammt, wenn man´s genau nimmt…). Oder kommt aus dem Wissen einer ewigen Heimat bei Gott eine Kraft für Veränderungen im hier und jetzt? Mit Hilfe eines verfilmten Erlebnisses eines kleinen Jungen verfolgt die Predigt diese Frage. Zu Beginn des Filmes läuft der Trailer von „Den Himmel gibt´s echt

Ein Leben aus Dankbarkeit

Predigttext: Lk 17,11-19

Der dankbare Samariter
11 Später, immer noch auf der Reise nach Jerusalem, zog Jesus durch das Grenzgebiet von Samarien und Galiläa. 12 Er kam in ein Dorf. Dort begegneten ihm zehn Männer, die an Aussatz erkrankt waren. Sie blieben in einiger Entfernung stehen 13und riefen laut: »Jesus, Meister, hab Mitleid mit uns!« 14 Jesus sah sie an und sagte zu ihnen: »Geht und zeigt euch den Priestern!« Und dann, als sie noch unterwegs waren, wurden sie geheilt und rein. 15 Einer von ihnen kehrte wieder zurück, als er merkte, dass er geheilt war. Er lobte Gott mit lauter Stimme, 16 warf sich vor Jesus zu Boden und dankte ihm. Und das war ein Mann aus Samarien! 17 Da fragte Jesus ihn: »Sind nicht zehn Männer rein geworden? Wo sind denn die anderen neun? 18 Ist sonst keiner zurückgekommen, um Gottes Herrlichkeit zu loben – nur dieser Fremde hier?« 19 Und Jesus sagte zu ihm: »Steh auf, du kannst gehen! Dein Glaube hat dich gerettet.« (Basisbibel)

Geht es Jesus um den Dank des Samariters – bzw. der anderen? Ist er so auf Dank aus? Oder geht es doch u etwas anderes, nämlich um die Frage, was wir in den Mittelpunkt unseres Lebens stellen?

(gehalten am 8.11.2015 in der EFG Gundelfingen).

Jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden…

Predigttext: Lk 16,19-31

Die Geschichte vom reichen Mann und dem armen Lazarus
19 »Einst lebte ein reicher Mann. Er trug einen Purpurmantel und Kleider aus feinstem Leinen. Tag für Tag genoss er das Leben in vollen Zügen. 20 Aber vor dem Tor seines Hauses lag ein armer Mann, der Lazarus hieß. Sein Körper war voller Geschwüre. 21 Er wollte seinen Hunger mit den Resten vom Tisch des Reichen stillen. Aber es kamen nur die Hunde und leckten an seinen Geschwüren. 22 Dann starb der arme Mann. Die Engel brachten ihn zu Abraham und setzten ihn an dessen Seite. Auch der Reiche starb und wurde begraben. 23 Im Totenreich litt er große Qualen. Einmal blickte er auf und sah in weiter Ferne Abraham und Lazarus an seiner Seite. 24 Da schrie er: ›Vater Abraham, hab Erbarmen mit mir! Bitte schick Lazarus, damit er seine Fingerspitze ins Wasser taucht und meine Zunge kühlt. Ich leide schrecklich in diesem Feuer!‹ 25 Doch Abraham antwortete: ›Kind, erinnere dich: Du hast deinen Anteil an Gutem schon im Leben bekommen – genauso wie Lazarus seinen Anteil an Schlimmem. Dafür findet er jetzt hier Trost, du aber leidest. 26 Außerdem liegt zwischen uns und euch ein tiefer Graben. Selbst wenn jemand wollte, könnte er von hier nicht zu euch hinübergehen, genauso wie keiner von dort zu uns herüberkommen kann.‹ 27 Da sagte der Reiche: ›So bitte ich dich, Vater: Schick Lazarus doch wenigstens zu meiner Familie. 28 Ich habe fünf Brüder. Lazarus soll sie warnen, damit sie nicht auch an diesen Ort der Qualen kommen!‹ 29 Aber Abraham antwortete: ›Sie haben doch Mose und die Propheten: Auf die sollen sie hören!‹ 30 Der Reiche erwiderte: ›Nein, Vater Abraham! Nur wenn einer von den Toten zu ihnen kommt, werden sie ihr Leben ändern.‹ 31 Doch Abraham antwortete ihm: ›Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, dann wird es sie auch nicht überzeugen, wenn jemand vom Tod aufersteht.‹«

Anhand der Erzählung vom reichen Mann und armen Lazarus die Frage zu klären, ob das Evangelium darin besteht, dass jeder nach seiner Fasson glücklich werden soll, versucht diese Predigt. Aufgrund eines technischen Defekts fehlen leider die letzten fünf Minuten – wer es bis dahin hören möchte, ist herzlich eingeladen.

(gehalten in der Paul-Gerhardt-Gemeinde Kollnau)

Jesus – ein Held!?

Jesus Christus taugt zum Helden – nicht… oder? Was für Bilder von Helden haben wir und was ist das heldenhafte an Jesus? Die Basics von Ostern – am Hirtensonntag gehalten (2. Sonntag nach Ostern). Geht es im Christentum um ein „gutes Leben“ – was immer das sein mag? Geht es um die Hoffnung, dass, wenn ich glaube, Gott mich vor Unglück bewahrt? Und worum ging es den Menschen damals, in Israel, diesem von den Römern besetzten Land?

(gehalten in der Bonhoeffergemeinde in Emmendingen Wasser)